Elektrik im Altbau sanieren: Wann es nötig ist und wie es abläuft
Dipl.-Ing. Iyad Shurafa
Geschäftsführer von TESHGE
Das Wichtigste in Kürze
- Aluminiumleitungen, fehlende FI-Schutzschalter und Schraubsicherungen sind klare Zeichen, dass die Elektrik erneuert werden muss.
- Der Aufwand hängt von Wohnungsgröße, Leitungszustand und Umfang ab – wir erstellen dir ein verbindliches Festpreisangebot.
- Nach der Bestandsaufnahme bekommst du ein transparentes Angebot – keine versteckten Kosten.
- Wenn du sowieso renovierst, ist jetzt der richtige Zeitpunkt: Wände offen = günstiger als nachträglich.
Foto: Offene Unterputzdose bei einer Altbau-Elektrosanierung
Woran erkennst du, dass die Elektrik erneuert werden muss?
Nicht jede alte Elektrik ist automatisch gefährlich. Aber es gibt eindeutige Warnsignale, die du ernst nehmen solltest.
Sofort handeln bei:
- Aluminiumleitungen – In DDR-Bauten und Westberliner Altbauten bis ca. 1970 verbaut. Aluminium wird spröde, Kontaktstellen korrodieren, Brandgefahr steigt
- Kein FI-Schutzschalter (RCD) – Ohne FI-Schutz drohen tödliche Stromschläge, besonders in Küche und Bad
- Schraubsicherungen (Diazed) – Veraltet und manipulierbar. Werden durch Leitungsschutzschalter (Automaten) ersetzt
- Stoffummantelte Leitungen – Typisch für Baujahre vor 1960, isolieren nicht mehr zuverlässig
- Regelmäßige Sicherungsausfälle – Ein Zeichen für überlastete Stromkreise
Achtung: In Berlin sind viele Altbauten aus der Gründerzeit (1890–1920) noch mit der Originalelektrik ausgestattet. Das ist über 100 Jahre alte Technik – für heutige Anforderungen völlig ungeeignet.
Dringend empfohlen bei:
- Zu wenige Steckdosen (Mehrfachstecker überall)
- Nur 1–2 Stromkreise für die gesamte Wohnung
- Kein Schutzleiter (Erdung) an den Steckdosen
- Flackerndes Licht oder warme Steckdosen
- Geplanter Verkauf oder Vermietung
Was beeinflusst den Aufwand?
Jede Altbau-Elektrosanierung ist individuell. Diese Faktoren bestimmen den Umfang:
- Wohnungsgröße – Mehr Quadratmeter = mehr Leitungsmeter
- Anzahl der Stromkreise – Moderne Norm: mindestens 1 Stromkreis pro Raum, plus separate für Küche, Bad, Waschmaschine
- Leitungsverlegung – Unterputz (Schlitze fräsen) ist aufwändiger als Aufputz
- Zustand der Bestandsinstallation – Können Rohre wiederverwendet werden oder muss alles raus?
- Zählerschrank – Muss er auch erneuert werden?
- Sonderwünsche – Smart-Home-Vorbereitung, Netzwerk-Verkabelung, Wallbox-Vorbereitung
Festpreis-Garantie: Nach der Bestandsaufnahme bekommst du ein verbindliches Festpreisangebot. Was drinsteht, gilt – keine Nachforderungen.
Was wird bei einer Elektrosanierung gemacht?
1. Neue Leitungen
Alle alten Leitungen raus, neue NYM-Kupferleitungen rein. Jeder Raum bekommt mindestens einen eigenen Stromkreis. Küche und Bad bekommen separate Absicherungen.
2. Neuer Zählerschrank
Der alte Sicherungskasten wird durch einen modernen Zählerschrank nach aktueller TAB ersetzt. FI-Schutzschalter, Leitungsschutzschalter, Überspannungsschutz – alles normgerecht.
3. Neue Schalter und Steckdosen
Genug Steckdosen an den richtigen Stellen. Doppelsteckdosen, USB-Steckdosen, Dimmer – alles nach deinen Wünschen.
4. Schutzleiter nachrüsten
Viele Altbauten haben keinen Schutzleiter (PE). Der wird bei der Sanierung nachgezogen – unverzichtbar für den Personenschutz.
5. Prüfung und Dokumentation
Isolationsmessung, Schleifenimpedanzmessung, FI-Prüfung – alles nach DIN VDE. Du bekommst ein vollständiges Prüfprotokoll.
Ablauf: So sanieren wir deine Elektrik
1. Erstgespräch
Wir klären telefonisch oder vor Ort: Alter der Elektrik, geplante Nutzung, Budget, Zeitrahmen. Oft reichen 15 Minuten für eine erste Einschätzung.
2. Bestandsaufnahme
Wir öffnen exemplarisch Dosen, prüfen Leitungstypen und Zählerschrank, zählen Stromkreise und dokumentieren den Zustand.
3. Planung & Festpreisangebot
Du bekommst einen Elektroplan mit allen Steckdosen, Schaltern und Stromkreisen – plus ein verbindliches Festpreisangebot.
4. Installation
Schlitze fräsen, Leitungen verlegen, Dosen setzen, Zählerschrank tauschen, alles anschließen. Bei einer 80-m²-Wohnung dauert das ca. 5–7 Arbeitstage.
5. Prüfung & Übergabe
Alle Messungen nach VDE, Prüfprotokoll, Schaltplan, Anmeldung beim Netzbetreiber. Alles dokumentiert und abgenommen.
Tipp: Wenn du ohnehin renovierst (Böden, Wände, Bad), ist jetzt der perfekte Zeitpunkt für die Elektrosanierung. Wände offen = deutlich weniger Aufwand als nachträglich aufzureißen.
Altbau-Besonderheiten in Berlin
Berlin hat einen besonders hohen Altbauanteil. Das bringt spezielle Herausforderungen:
- Gründerzeitbauten (vor 1920) – oft noch Originalelektrik, Stoffleitungen, kein Schutzleiter
- Nachkriegsbauten (1950–1970) – Aluminiumleitungen, zu wenige Stromkreise
- DDR-Bauten (Ost-Berlin) – Aluminiumleitungen nach TGL-Norm, andere Querschnitte als VDE
- Denkmalschutz – Aufputz-Installation oder spezielle Verlegung nötig, Absprache mit Denkmalamt
Wir kennen alle Berliner Bautypen und ihre Eigenheiten – und passen die Sanierung entsprechend an.
Warum TESHGE?
- Ingenieurbetrieb – Planung und Ausführung aus einer Hand, Geschäftsführer ist Diplom-Ingenieur
- Altbau-Erfahrung – Wir kennen die typischen Berliner Bausubstanzen und ihre Tücken
- Festpreisangebot – Was im Angebot steht, gilt. Keine versteckten Kosten
- Alles aus einer Hand – Bestandsaufnahme, Planung, Installation, Prüfung, Dokumentation
- Zukunftssicher – Wir planen Reservekapazitäten für Wallbox, Smart Home und Photovoltaik gleich mit
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