TESHGE
Sicherheit

FI-Schutzschalter nachrüsten: Wann ist es Pflicht und wie läuft es ab?

Dipl.-Ing. Iyad Shurafa

Geschäftsführer von TESHGE

18. März 20268 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein FI-Schutzschalter (RCD) schützt vor tödlichen Stromschlägen – er trennt den Stromkreis in 30 Millisekunden.
  • In Neubauten ist ein FI-Schutz für ALLE Stromkreise Pflicht. In Altbauten gilt Bestandsschutz – aber die Nachrüstung ist dringend empfohlen.
  • Der Aufwand hängt vom Zustand deines Sicherungskastens ab – wir erstellen dir ein verbindliches Festpreisangebot.
  • Bei Sanierung, Vermietung oder Wallbox-Installation wird die Nachrüstung zur Pflicht.

Foto: FI-Schutzschalter (RCD) im Sicherungskasten eingebaut

Was ist ein FI-Schutzschalter und wie funktioniert er?

Der FI-Schutzschalter – auch RCD (Residual Current Device) genannt – ist dein Lebensretter im Sicherungskasten. Er überwacht permanent, ob der Strom, der hingeht, auch komplett zurückkommt.

So funktioniert er:

Strom fließt über die Phase (braun) zum Gerät und über den Neutralleiter (blau) zurück. Im Normalfall ist der Strom in beiden Leitungen gleich groß. Fließt jedoch Strom über einen anderen Weg ab – zum Beispiel durch deinen Körper – erkennt der FI-Schutzschalter die Differenz und schaltet den Stromkreis in unter 30 Millisekunden ab.

30 Millisekunden. Schneller als dein Herz reagieren kann. Das ist der Unterschied zwischen einem kurzen Schreck und einem tödlichen Stromschlag.

Gut zu wissen: Der FI-Schutzschalter schützt vor Personenschäden durch Fehlerstrom. Die Leitungsschutzschalter (Sicherungsautomaten) daneben schützen die Leitungen vor Überlastung und Kurzschluss. Beides zusammen ergibt den vollen Schutz.

Wovor schützt der FI-Schutzschalter?

  • Tödliche Stromschläge – Das Hauptziel: Personenschutz
  • Brandgefahr durch Fehlerströme – Wenn Strom über schadhafte Isolierungen abfließt, entsteht Wärme. Das kann Brände auslösen.
  • Defekte Geräte – Ein kaputtes Kabel im Wasserkocher, ein Isolationsschaden in der Waschmaschine: Der FI reagiert, bevor etwas passiert.

Wann ist die Nachrüstung Pflicht?

Die Regelung ist differenziert – und sorgt regelmäßig für Verwirrung. Hier die klare Übersicht:

Neubauten (seit 2009)

Seit der Norm DIN VDE 0100-410 von 2007 (angewendet ab ca. 2009) ist ein FI-Schutzschalter mit 30 mA Auslösestrom für alle Stromkreise bis 32 A Pflicht – also praktisch für die gesamte Wohnung.

Altbauten: Bestandsschutz – aber mit Einschränkungen

Für bestehende Anlagen gilt grundsätzlich Bestandsschutz. Das heißt: Du musst nicht sofort nachrüsten, nur weil sich die Norm geändert hat. Aber:

  • Bei einer Sanierung oder Erweiterung der Elektrik muss der betroffene Teil auf den aktuellen Stand gebracht werden – inklusive FI-Schutz
  • Bei der Installation einer Wallbox verlangt der Netzbetreiber einen FI-Schutz (mindestens Typ A-EV)
  • Bei einer Photovoltaikanlage oder Wallbox wird ein passender FI-Schutz Pflicht
  • Bei einem Zählerschranktausch wird die gesamte Schutzeinrichtung erneuert – inklusive FI

Wichtig für Vermieter: Auch wenn Bestandsschutz gilt – als Vermieter hast du eine Verkehrssicherungspflicht. Wenn ein Mieter durch fehlenden FI-Schutz zu Schaden kommt, haftest du. Die Gerichte sehen das zunehmend streng.

Bestandsschutz – was bedeutet das wirklich?

Bestandsschutz heißt nicht, dass deine alte Elektrik sicher ist. Es heißt nur, dass dich niemand zum Nachrüsten zwingt – solange du nichts veränderst.

Aber bedenke:

  • Kein Personenschutz – Ohne FI-Schutzschalter kann ein Stromschlag tödlich enden. Die alten Schraubsicherungen schützen nur die Leitung, nicht dich.
  • Versicherungsrisiko – Im Schadensfall kann die Versicherung argumentieren, dass ein FI-Schutz Stand der Technik ist und du die Nachrüstung unterlassen hast.
  • Fahrlässigkeit – Wer weiß, dass ein Schutz fehlt, und trotzdem nichts tut, handelt mindestens fahrlässig. Das kann bei Personenschäden relevant werden.

Fakt: In Deutschland sterben jedes Jahr rund 30 Menschen durch Stromunfälle im Haushalt. In den meisten Fällen war kein FI-Schutzschalter vorhanden. Die Nachrüstung ist überschaubar – und kann Leben retten.

Welcher FI-Schalter ist der richtige?

Nicht jeder FI-Schutzschalter ist gleich. Je nach Anwendung brauchst du einen bestimmten Typ. Hier die Übersicht:

TypErkenntEinsatzbereich
Typ AWechsel- und pulsierende GleichfehlerströmeStandard für Haushalte
Typ A-EVWie Typ A + Gleichfehlerströme > 6 mAWallbox / E-Auto-Ladestation
Typ FWie Typ A + Fehlerströme aus FrequenzumrichternWaschmaschine mit Inverter, Wallbox
Typ BAlle Fehlerströme inkl. glatte GleichfehlerströmePV-Anlage, Wallbox, Medizintechnik

Auslösestrom: 30 mA vs. 300 mA

  • 30 mA – Personenschutz. Standard für alle Steckdosen-Stromkreise im Haushalt.
  • 300 mA – Brandschutz. Wird vor dem 30-mA-FI geschaltet und dient als zusätzlicher Schutz gegen Brände durch Fehlerströme. Schützt aber nicht vor tödlichen Stromschlägen.

Tipp: Lass nicht die gesamte Wohnung auf einen einzigen FI-Schutzschalter legen. Wenn er auslöst, ist sonst alles dunkel – inklusive Kühlschrank und Gefriertruhe. Besser: Mehrere FI-Schutzschalter für verschiedene Bereiche (z.B. Küche/Bad und Wohnräume getrennt).

Was beeinflusst den Aufwand?

Der Installationsaufwand hängt vom Zustand deines Sicherungskastens ab:

  • Wenn der vorhandene Sicherungskasten keinen Platz für einen FI hat – dann muss der Kasten erweitert oder getauscht werden
  • Wenn die bestehende Verdrahtung im Kasten nicht zum FI passt – dann muss umverdrahtet werden
  • Wenn du einen speziellen Typ brauchst (Typ B für PV-Anlage erfordert mehr Aufwand als Typ A)
  • Wenn die Nachrüstung im Rahmen eines Zählerschranktauschs stattfindet, wird der FI-Schutz direkt mit eingeplant

Festpreis-Garantie: Bei TESHGE bekommst du ein verbindliches Festpreisangebot. Wir prüfen vorher, ob genug Platz im Kasten ist und was umgebaut werden muss. Was im Angebot steht, gilt.

Ablauf: So rüsten wir nach

1. Bestandsaufnahme

Wir prüfen deinen Sicherungskasten: Ist Platz für einen FI? Welcher Typ wird benötigt? Muss umverdrahtet werden? Das dauert ca. 30 Minuten.

2. Angebot

Du bekommst ein Festpreisangebot mit genauer Aufschlüsselung: FI-Typ, Einbauaufwand, eventuell nötige Umbauten. Transparent und verbindlich.

3. Einbau

Der Einbau dauert in der Regel 2–4 Stunden. Der Strom muss während der Arbeit im betroffenen Bereich abgeschaltet werden. Wir informieren dich vorher, wie lange die Abschaltung dauert.

4. Prüfung und Dokumentation

Nach dem Einbau messen wir: Auslösezeit, Auslösestrom, Schleifenimpedanz. Du bekommst ein Prüfprotokoll – wichtig für die Versicherung und den Nachweis der fachgerechten Installation.

Tipp: Teste deinen FI-Schutzschalter einmal pro Quartal. Dafür gibt es die Prüftaste (meist mit „T" beschriftet) am Gerät. Drücken – der FI muss auslösen. Wieder einschalten – fertig. Dauert 10 Sekunden und kann im Ernstfall dein Leben retten.

Warum TESHGE?

  • Ingenieurbetrieb – Planung und Ausführung aus einer Hand, Geschäftsführer ist Diplom-Ingenieur
  • Eingetragener Installationsbetrieb – Wir dürfen am Zähler und an der Hauptverteilung arbeiten – mit Abnahme und Dokumentation
  • Richtige Typenauswahl – Wir beraten dich, welcher FI-Typ für deine Situation der richtige ist. Kein Standardprogramm, sondern individuelle Lösung.
  • Festpreisangebot – Was im Angebot steht, gilt. Keine versteckten Kosten
  • Prüfprotokoll inklusive – Jede Installation wird nach VDE gemessen und dokumentiert. Für dich, für die Versicherung, für die Sicherheit.

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