Elektriker beauftragen in Berlin: Worauf du achten musst
Dipl.-Ing. Iyad Shurafa
Geschäftsführer von TESHGE
Das Wichtigste in Kürze
- Ein seriöser Betrieb gibt dir ein schriftliches Festpreisangebot – bevor die Arbeit beginnt.
- Achte auf Handwerkskammer-Eintragung, Meisterpflicht und Eintragung beim Netzbetreiber.
- Vorsicht bei Betrieben ohne Impressum, nur Barzahlung oder ohne Meisterqualifikation.
- Handwerkerkosten kannst du mit bis zu 1.200 € pro Jahr steuerlich absetzen (§35a EStG).
Foto: Elektriker bei der Arbeit an einer Unterverteilung
Warum die Suche nach dem richtigen Elektriker so wichtig ist
Elektroarbeiten sind kein Hobby-Projekt. Eine falsch angeschlossene Leitung kann einen Brand auslösen. Ein unsachgemäß verklemmtes Kabel kann dich das Leben kosten. Deshalb ist es nicht egal, wen du beauftragst – es ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei jedem Bau- oder Sanierungsprojekt.
In Berlin gibt es Hunderte Elektrobetriebe. Manche sind exzellent, manche arbeiten am Rand der Legalität. Dieser Artikel zeigt dir, worauf du achten musst, damit du den richtigen Betrieb findest – und keinen, den du hinterher bereust.
Was einen guten Elektrobetrieb ausmacht
Bevor du Angebote vergleichst, prüfe diese Grundvoraussetzungen. Fehlt auch nur ein Punkt, solltest du weitersuchen:
- Handwerkskammer-Eintragung – Der Betrieb ist bei der HWK Berlin (oder der zuständigen Kammer) registriert
- Meisterpflicht erfüllt – Elektroinstallationen unterliegen der Meisterpflicht. Ohne Meister oder vergleichbare Qualifikation darf kein Betrieb Elektroarbeiten ausführen
- Eintragung beim Netzbetreiber – Wer am Zähler oder an der Hauptverteilung arbeitet, braucht die Eintragung bei Stromnetz Berlin oder E.DIS
- Impressum und erreichbare Adresse – Ein seriöser Betrieb hat eine echte Firmenadresse, nicht nur eine Handynummer
- Haftpflichtversicherung – Frag danach. Ein Betrieb ohne Betriebshaftpflicht ist ein Risiko für dich
Ingenieurbetrieb vs. Handwerksbetrieb: Ein Ingenieurbetrieb verbindet Planungskompetenz mit Ausführung. Das bedeutet: Dein Projekt wird nicht nur installiert, sondern vorher technisch durchdacht – vor allem bei größeren Vorhaben wie Sanierungen oder Zählerschranktausch ein echter Vorteil.
Was ein gutes Angebot enthalten muss
Du hast einen Betrieb gefunden, der die Grundvoraussetzungen erfüllt. Jetzt geht es um das Angebot. Ein professionelles Angebot ist kein Einzeiler auf einem Schmierzettel – es ist ein verbindliches Dokument.
Das muss drinstehen:
- Detaillierte Leistungsbeschreibung – Was genau wird gemacht? Welche Arbeitsschritte sind enthalten?
- Materialangaben – Welche Produkte werden verbaut? Marke und Typ, nicht nur "Material"
- Anfahrt – Ist die Anfahrt im Preis enthalten oder wird sie separat berechnet?
- Gesamtpreis – Idealerweise als Festpreis, inklusive aller Positionen
- Zahlungsbedingungen – Wann wird bezahlt? Abschlagszahlungen bei größeren Projekten?
- Gültigkeitsdauer – Wie lange gilt das Angebot?
- Ausweis der Mehrwertsteuer – Netto und Brutto müssen erkennbar sein
Achtung: Wenn ein Angebot nur einen Stundensatz nennt und nichts zu Anfahrt, Material und Nebenkosten sagt, ist das kein Angebot – das ist eine Einladung zu bösen Überraschungen. Bestehe auf einem Festpreisangebot.
Festpreis vs. Abrechnung nach Stunden
Es gibt zwei Abrechnungsmodelle. Beide haben ihre Berechtigung – aber nur eines gibt dir Planungssicherheit.
Abrechnung nach Stunden
Sinnvoll bei:
- Fehlersuche, wenn die Ursache unklar ist
- Kleinen Reparaturen mit wenig Zeitaufwand
- Wartungsarbeiten und Prüfungen
Das Risiko: Du weißt vorher nicht, was es am Ende kostet. Ein Betrieb, der "erstmal gucken" will, kann deutlich länger brauchen als du denkst. Oder auch schneller fertig sein – aber das passiert selten.
Festpreisangebot
Sinnvoll bei:
- Klar definierten Projekten (Zählerschranktausch, Sanierung, Neuinstallation)
- Größeren Aufträgen
- Allem, wo du Planungssicherheit brauchst
Der Vorteil: Du weißt vorher genau, was es kostet. Kein "das hat länger gedauert als gedacht". Kein "da kam noch Material dazu". Der Preis steht – egal was passiert.
Unser Ansatz: Bei TESHGE bekommst du nach der Bestandsaufnahme ein verbindliches Festpreisangebot. Was drinsteht, gilt – unabhängig davon, ob die Arbeit schneller oder langsamer geht als geplant.
Was den Aufwand beeinflusst
Jedes Elektroprojekt ist anders. Deshalb gibt es keine pauschale Antwort auf die Frage "Was wird das?". Aber es gibt klare Faktoren, die den Aufwand bestimmen:
- Umfang der Arbeit – Eine einzelne Steckdose ist etwas anderes als eine Komplettsanierung
- Leitungsführung – Aufputz ist schneller als Unterputz. Schlitze fräsen in Beton dauert länger als in Rigips
- Zustand der Bestandsanlage – Muss der Zählerplatz ertüchtigt werden? Gibt es Altlasten wie Aluminium-Leitungen?
- Gebäudetyp – Altbau (1900–1970) bringt andere Herausforderungen als Neubau
- Zugänglichkeit – Abgehängte Decken, verwinkelte Kabelschächte oder fehlende Leerrohre erhöhen den Aufwand
- Material-Qualität – Markenprodukte halten länger und bieten bessere Gewährleistung
- Notwendige Genehmigungen – Zählerschranktausch erfordert Abstimmung mit dem Netzbetreiber
Der einzige Weg, ein zuverlässiges Angebot zu bekommen: Lass einen Fachbetrieb vor Ort die Situation begutachten und dir ein konkretes Festpreisangebot erstellen.
Warnzeichen: So erkennst du unseriöse Anbieter
In Berlin gibt es leider viele schwarze Schafe. Hier die wichtigsten Warnzeichen:
- Kein Impressum auf der Webseite – Pflichtangaben fehlen? Finger weg
- Nur Barzahlung, keine Rechnung – Schwarzarbeit. Keine Gewährleistung, kein Versicherungsschutz
- Kein schriftliches Angebot – Wer dir vorher keinen Preis nennen will, will dich überrumpeln
- Keine Meisterqualifikation – Darf Elektroinstallationen nicht ausführen. Wenn etwas passiert, haftest du
- Extrem günstige Angebote – Ein legaler Betrieb hat Fixkosten: Versicherung, Fahrzeug, Werkzeug, Gehalt, Steuern. Wer deutlich unter Markt anbietet, spart an Qualität oder arbeitet illegal
- Druck auf schnelle Entscheidung – "Nur heute zu diesem Preis" ist ein Warnsignal, kein Argument
Achtung bei Online-Vermittlern: Manche Plattformen vermitteln Elektriker, ohne deren Qualifikation zu prüfen. Du weißt nicht, wer kommt. Im Zweifel direkt beim Betrieb anfragen und Eintragungen prüfen.
Handwerkerkosten steuerlich absetzen
Viele wissen es nicht: Du kannst Handwerkerleistungen steuerlich geltend machen. Das gilt auch für Elektroarbeiten.
So funktioniert es (§35a EStG):
- 20 % der Arbeitskosten kannst du direkt von der Steuerschuld abziehen
- Maximum: 1.200 € pro Jahr (entspricht 6.000 € Arbeitskosten)
- Gilt nur für Arbeitskosten und Anfahrt – nicht für Material
- Gilt nur für Arbeiten in deiner selbst genutzten Wohnung / deinem Haus
- Voraussetzung: Rechnung und Überweisung (keine Barzahlung!)
Tipp: Bitte deinen Elektriker, auf der Rechnung Arbeitskosten und Material getrennt auszuweisen. Sonst kann das Finanzamt den Abzug verweigern. Bei TESHGE ist das Standard – wir weisen alles sauber aus.
Warum TESHGE?
- Verbindliches Festpreisangebot – Was im Angebot steht, gilt. Keine versteckten Kosten, keine Nachforderungen
- Ingenieurbetrieb – Planung und Ausführung aus einer Hand, Geschäftsführer ist Diplom-Ingenieur
- Transparente Abrechnung – Arbeit, Anfahrt und Material sind separat ausgewiesen. Immer. Auch für deine Steuererklärung
- Eingetragener Installationsbetrieb – Wir dürfen beim Netzbetreiber anmelden und abnehmen
- Kostenlose Erstberatung – Wir kommen vorbei, schauen uns alles an und erstellen dir ein Angebot. Ohne Verpflichtung
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