Licht flackert: Harmlos oder gefährlich? Ursachen und Lösungen
Dipl.-Ing. Iyad Shurafa
Geschäftsführer von TESHGE
Das Wichtigste in Kürze
- Flackert nur eine Lampe? Meist ein defektes Leuchtmittel oder lockerer Kontakt in der Fassung – einfach zu beheben.
- Flackern mehrere Lampen gleichzeitig? Das deutet auf ein Problem in der Leitung oder am Zählerschrank hin.
- Lose Klemmverbindungen sind eine häufige Ursache – und eine echte Brandgefahr.
- Wenn das Flackern nach Leuchtmittel-Tausch nicht aufhört: Elektriker rufen, nicht weiterbasteln.
Foto: Flackernde Deckenleuchte in einem Wohnzimmer
Harmlose Ursachen
Nicht jedes Flackern ist ein Grund zur Sorge. Oft steckt eine einfache Ursache dahinter, die du selbst beheben kannst.
Defektes Leuchtmittel
Die häufigste Ursache überhaupt. LED-Lampen und Glühlampen haben eine begrenzte Lebensdauer. Kurz bevor sie ausfallen, flackern sie oft. Lösung: Leuchtmittel tauschen. Fertig.
Lockerer Kontakt in der Fassung
Die Lampe sitzt nicht richtig in der Fassung. Bei Schraubfassungen (E27, E14) kann das Leuchtmittel sich über die Zeit lockern – durch Vibrationen, Wärmeausdehnung oder einfach durch Alter der Fassung. Einmal festdrehen, Problem gelöst.
Inkompatibler Dimmer
Du hast LED-Lampen in eine Leuchte mit altem Dimmer eingesetzt? Klassiker. Viele alte Dimmer sind für Glühlampen ausgelegt und kommen mit der geringen Leistungsaufnahme von LEDs nicht klar. Das Ergebnis: Flackern, Flimmern oder pulsierendes Licht.
Tipp: Nicht jede LED ist dimmbar. Und nicht jeder Dimmer kann LEDs dimmen. Achte beim Kauf auf den Hinweis „dimmbar" und prüfe die Kompatibilitätsliste des Dimmers. Im Zweifel: Dimmer gegen ein LED-kompatibles Modell tauschen lassen.
Kurzzeitige Spannungsschwankungen
Wenn ein Großverbraucher anspringt – Durchlauferhitzer, Waschmaschine, Aufzug im Mehrfamilienhaus – kann die Spannung kurz einbrechen. Das Licht flackert einmal kurz und ist dann wieder stabil. Das ist normal und in der Regel kein Problem.
Ernste Ursachen – hier wird es gefährlich
Wenn das Flackern nicht an einer einzelnen Lampe liegt, wird es ernst. Diese Ursachen gehören in die Hände eines Fachbetriebs.
Lose Klemmverbindungen
Die mit Abstand gefährlichste Ursache. In Abzweigdosen, Steckdosen und Lichtschaltern werden Leitungen mit Klemmen verbunden. Über die Jahre können sich diese Verbindungen lockern – durch Wärmeausdehnung, Vibrationen oder schlicht schlechte Verarbeitung.
Das Problem: Eine lose Klemme erzeugt einen Wackelkontakt. Der Strom fließt mal, mal nicht. An der lockeren Stelle entsteht Wärme. Mit der Zeit kann daraus ein Lichtbogen entstehen – die häufigste Ursache für Kabelbrände.
Brandgefahr: Lose Klemmverbindungen verursachen in Deutschland jedes Jahr hunderte Wohnungsbrände. Wenn das Flackern regelmäßig auftritt und du keinen Zusammenhang mit einem bestimmten Leuchtmittel findest, lass die Leitungen prüfen.
Korrodierte Kontakte
In feuchten Räumen – Keller, Bad, Waschküche – können Kontakte in Dosen und Schaltern korrodieren. Der Übergangswiderstand steigt, das Licht flackert oder leuchtet schwächer. In Altbauten mit alten Leitungen ein verbreitetes Problem.
Überlasteter Stromkreis
Wenn zu viele Geräte an einem Stromkreis hängen, kann die Spannung schwanken. Das Licht flackert, besonders wenn gleichzeitig ein Großverbraucher läuft. In Altbauten mit nur 3–5 Stromkreisen für die ganze Wohnung passiert das regelmäßig.
Nullleiter-Problem
Der Nullleiter (N) führt den Strom zurück. Ist er beschädigt, lose oder unterbrochen, passieren seltsame Dinge: Lampen flackern, leuchten schwächer oder heller als gewöhnlich. In Extremfällen kann die Spannung an einzelnen Steckdosen auf über 300 Volt steigen – das zerstört Geräte.
Wichtig: Ein Nullleiter-Problem ist nicht trivial. Wenn Lampen in verschiedenen Räumen gleichzeitig flackern oder ungewöhnlich hell leuchten, schalte die Sicherung ab und ruf einen Elektriker. Weiterbetrieb kann Geräte zerstören.
Alte Aluminium-Leitungen
In Bauten aus den 60er- und 70er-Jahren wurden häufig Aluminium-Leitungen verlegt. Aluminium dehnt sich unter Wärme stärker aus als Kupfer. Über Jahrzehnte lockern sich dadurch die Verbindungen. Das Ergebnis: Wackelkontakte, Flackern, im schlimmsten Fall Brand.
So findest du die Ursache
Ein systematischer Ansatz hilft dir, das Problem einzugrenzen:
Frage 1: Flackert nur eine Lampe?
Ja → Wahrscheinlich das Leuchtmittel oder die Fassung. Tausche das Leuchtmittel. Flackert es weiter? Dann teste ein anderes Leuchtmittel oder prüfe, ob die Fassung locker ist.
Nein, mehrere Lampen → Weiter zu Frage 2.
Frage 2: Flackern die Lampen in einem Raum oder in mehreren?
Ein Raum → Das Problem liegt wahrscheinlich im Stromkreis dieses Raums. Lose Klemme in einer Abzweigdose, defekter Lichtschalter oder überlasteter Stromkreis.
Mehrere Räume → Das deutet auf ein Problem am Zählerschrank, am Nullleiter oder sogar am Hausanschluss hin. Fachbetrieb rufen.
Frage 3: Tritt das Flackern auf, wenn ein bestimmtes Gerät eingeschaltet wird?
Ja → Der Stromkreis ist möglicherweise überlastet. Das Gerät zieht beim Einschalten kurz viel Strom (Anlaufstrom). Lösung: Gerät an einen eigenen Stromkreis anschließen lassen.
Nein, es flackert zufällig → Lose Verbindung in der Installation. Das muss ein Elektriker prüfen.
Wann musst du sofort handeln?
Das Licht flackert – und du bist unsicher, ob es gefährlich ist? Diese Warnsignale bedeuten: Jetzt handeln.
- Summen oder Brummen aus der Wand, aus Schaltern oder Steckdosen – Ein Hinweis auf einen Lichtbogen. Sofort die Sicherung des betroffenen Stromkreises ausschalten.
- Brandgeruch oder verschmorter Kunststoffgeruch – Hauptschalter aus. Nicht abwarten. Bei sichtbarem Qualm oder Feuer: 112.
- Warme Lichtschalter oder Steckdosen – Schalter und Dosen sollten immer Raumtemperatur haben. Wärme bedeutet: Übergangswiderstand, lose Verbindung, Überlastung.
- Das Flackern wird schlimmer – Wenn es früher nur selten war und jetzt täglich auftritt, verschlechtert sich eine Verbindung. Nicht abwarten, bis es zu spät ist.
- Lampen leuchten ungewöhnlich hell – Deutet auf ein Nullleiter-Problem oder Überspannung hin. Geräte vom Netz trennen und Elektriker rufen.
LED-Flackern: Ein Sonderfall
LED-Lampen flackern häufiger als klassische Glühlampen – nicht weil sie schlechter sind, sondern weil sie empfindlicher auf bestimmte Bedingungen reagieren.
Häufige Ursachen für LED-Flackern
- Inkompatibler Dimmer – Der Dimmer braucht eine Mindestlast, die eine einzelne LED nicht erreicht. Lösung: LED-kompatiblen Dimmer einbauen.
- Billige LED-Treiber – Günstige LED-Lampen haben oft einfache Vorschaltgeräte, die bei Spannungsschwankungen flackern. Markenprodukte mit gutem Treiber sind stabiler.
- Zu geringe Mindestlast – Manche Dimmer brauchen mindestens 20–40 Watt. Eine einzelne 5-Watt-LED reicht nicht. Lösung: Mehrere LEDs anschließen oder einen Mindestlast-Adapter einsetzen.
- Einstreuungen durch andere Leitungen – In Altbauten können eng beieinander liegende Leitungen Störsignale übertragen, die LEDs zum Flackern bringen.
Gut zu wissen: Wenn deine LEDs im ausgeschalteten Zustand schwach nachglimmen, liegt das häufig am Dimmer oder an einem beleuchteten Lichtschalter. Der geringe Reststrom reicht aus, um die LED minimal zum Leuchten zu bringen. Ungefährlich, aber störend. Ein LED-kompatibler Schalter löst das Problem.
Warum TESHGE?
- 24/7 Notdienst – Wenn das Licht flackert und du Brandgeruch wahrnimmst, sind wir sofort da.
- Ingenieurbetrieb – Wir finden die tatsächliche Ursache. Keine Vermutungen, sondern Messtechnik und systematische Fehlersuche.
- Altbau-Erfahrung – Berliner Altbauten sind unser Tagesgeschäft. Wir kennen die typischen Schwachstellen von Aluminiumleitungen bis zu losen Klemmen.
- Festpreise – Du weißt vorher, was die Fehlersuche kostet.
- Alles aus einer Hand – Vom Notdienst bis zur Komplettsanierung. Wenn die Elektrik grundlegend erneuert werden muss, machen wir das gleich mit.
Licht flackert und du bist unsicher?
Lass uns draufschauen. Vereinbare jetzt deine kostenlose Erstberatung – wir finden die Ursache und sagen dir ehrlich, was nötig ist.
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