TESHGE
Smart Home

Smart Home starten: Was du bei der Elektrik beachten musst

Dipl.-Ing. Iyad Shurafa

Geschäftsführer von TESHGE

5. Februar 20266 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Funkbasierte Systeme (Zigbee, WLAN) lassen sich ohne Bauarbeiten nachrüsten – ideal für Mietwohnungen und Altbau.
  • Kabelgebundene Systeme (KNX) brauchen Planung bei der Elektrik – lohnen sich bei Neubau und Komplettsanierung.
  • Die wichtigste Grundlage: genug Stromkreise und ein moderner Zählerschrank.
  • TESHGE plant die Smart-Home-Vorbereitung bei jeder Elektrosanierung kostenlos mit ein.

Foto: Modernes Smart-Home-Panel in einer Berliner Wohnung

Funk oder Kabel – was ist das richtige System?

Die erste Entscheidung beim Smart Home betrifft die Technologie. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung – es kommt auf deine Situation an.

Funkbasiert (Zigbee, Z-Wave, WLAN, Bluetooth)

Funkbasierte Systeme nutzen kabellose Kommunikation zwischen den Geräten. Du tauschst Schalter, Steckdosen oder Leuchtmittel gegen smarte Varianten aus – fertig.

Vorteile:

  • Kein Bauaufwand, keine Schlitze, kein Dreck
  • Ideal für Mietwohnungen (alles rückbaubar)
  • Günstiger Einstieg möglich
  • Schrittweise erweiterbar

Nachteile:

  • Abhängig von Funkreichweite und Batterie
  • Weniger zuverlässig als Kabel
  • Jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen (Kompatibilität)
  • Nicht geeignet für sicherheitskritische Funktionen (Rollläden, Heizung)

Kabelgebunden (KNX, Loxone)

Kabelgebundene Systeme nutzen eine eigene Busleitung, die parallel zur Stromleitung verlegt wird. Alle Aktoren und Sensoren kommunizieren darüber zuverlässig und ohne Funk.

Vorteile:

  • Maximale Zuverlässigkeit – kein Funkausfall, keine Batterien
  • Herstellerübergreifender Standard (KNX)
  • Sicherheitskritische Steuerung möglich
  • Langlebig – KNX-Installationen halten 20+ Jahre

Nachteile:

  • Nur bei Neubau oder Komplettsanierung sinnvoll
  • Höhere Anfangsinvestition (Planung + Material + Installation)
  • Erfordert einen Systemintegrator für die Programmierung

Unsere Empfehlung: Wenn du sowieso sanierst oder neu baust → KNX. Wenn du in einer bestehenden Wohnung nachrüsten willst → Funk (Zigbee/Matter). In beiden Fällen gilt: Die elektrische Grundlage muss stimmen.

Die elektrische Grundlage – was muss stimmen?

Egal ob Funk oder Kabel: Ohne solide Elektrik wird dein Smart Home zum Frustprojekt. Diese drei Punkte sind die Basis.

1. Genug Stromkreise

Ein Smart Home braucht mehr Stromkreise als eine konventionelle Installation. Warum? Weil du einzelne Räume, Lichtkreise und Geräte separat steuern willst.

Klassische Altbauwohnung: 3–5 Stromkreise für alles. Smart Home: mindestens 1 Stromkreis pro Raum plus separate Kreise für Küche, Bad, Waschmaschine und Außenbereich.

2. Moderner Zählerschrank

Der Zählerschrank ist das Herz deiner Elektrik. Für ein Smart Home braucht er:

  • Genug Platz für zusätzliche Leitungsschutzschalter
  • Einen Netzwerkverteiler (Patchfeld) oder zumindest eine Netzwerkleitung zum Router
  • Optional: Platz für einen KNX-Aktor oder Smart-Meter-Gateway
  • FI-Schutzschalter für alle Stromkreise

3. Leerrohre und Reserven

Das Wichtigste, was bei einer Sanierung oft vergessen wird: Leerrohre. Sie ermöglichen spätere Erweiterungen, ohne Wände aufzureißen.

Tipp: Lass bei jeder Sanierung Leerrohre zu den wichtigsten Punkten ziehen: Rollladenkasten, Fenster (für Sensoren), Decke (für Rauchmelder/Präsenzmelder), Außenwand (für Wallbox/Kamera). Das kostet im Rohbau fast nichts – und erspart dir später tausende Euro.

Smart Home nachrüsten: Schritt für Schritt

Du wohnst in einer bestehenden Wohnung und willst mit Smart Home starten? So gehst du vor:

Stufe 1: Licht

Der einfachste Einstieg. Smarte Leuchtmittel oder Unterputz-Dimmer austauschen. Steuerung per App oder Sprachassistent.

Stufe 2: Heizung

Smarte Thermostate an die Heizkörper. Automatische Temperaturregelung nach Zeitplan oder Anwesenheit. Spart je nach Gebäude 10–25 % Heizkosten.

Stufe 3: Rollläden und Jalousien

Elektrische Rollladenmotoren mit Smart-Home-Anbindung. Automatisch hoch und runter – nach Uhrzeit, Sonnenstand oder Temperatur.

Stufe 4: Sicherheit

Smarte Türklingel, Bewegungsmelder, Fenstersensoren. Benachrichtigung aufs Handy, wenn etwas passiert.

Stufe 5: Gesamtsystem (individuell)

Alle Systeme verbinden: Wenn du das Haus verlässt, gehen Lichter aus, Heizung runter, Rollläden zu, Alarmanlage an – ein Tastendruck.

Smart Home bei Neubau oder Sanierung planen

Wenn du sowieso die Elektrik erneuerst, hast du die einmalige Chance, alles richtig zu machen. Das solltest du einplanen:

  • Busleitung (KNX) zu jedem Schalter und Aktor – auch wenn du KNX noch nicht nutzen willst
  • Netzwerkkabel (Cat 7) in jeden Raum – WLAN ist kein Ersatz für kabelgebundenes Netzwerk
  • Leerrohre zu Rollladenkästen, Außenbereich, Dachboden
  • Zentrale Verteilung im Zählerschrank mit genug Platz für Aktoren
  • Separate Lichtkreise pro Raum (nicht alles auf einem Stromkreis)
  • Steckdosen an der Decke für Präsenzmelder oder Kameras

Wichtig: Nachträglich eine KNX-Busleitung verlegen kostet ein Vielfaches von dem, was es bei der Sanierung gekostet hätte. Selbst wenn du KNX noch nicht nutzen willst: Lass die Leitung trotzdem ziehen.

Warum TESHGE?

  • Ingenieurbetrieb – Wir planen und installieren Smart Home auf Elektrikerebene, nicht nur als App-Spielerei
  • Systemneutral – Wir empfehlen das System, das zu deiner Situation passt (KNX, Loxone, Funk)
  • Zukunftssicher – Leerrohre, Reserven und saubere Dokumentation für spätere Erweiterungen
  • Alles aus einer Hand – Elektrik, Smart Home, Zählerschrank, Netzwerk – ein Ansprechpartner
  • Festpreisangebot – Du weißt vorher, was es kostet

Smart Home richtig planen?

Vereinbare jetzt deine kostenlose Erstberatung. Wir zeigen dir, welches System zu deiner Situation passt.

Erstberatung vereinbaren

Artikel teilen