TESHGE
Notdienst & Störungen

Steckdose funktioniert nicht: 7 Ursachen und was du tun kannst

Dipl.-Ing. Iyad Shurafa

Geschäftsführer von TESHGE

4. März 20267 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Prüfe zuerst den Sicherungskasten – oft ist einfach eine Sicherung oder der FI-Schalter rausgeflogen.
  • Funktioniert nur EINE Steckdose nicht? Dann ist vermutlich der Kontakt in der Dose selbst das Problem.
  • Verfärbte oder warme Steckdosen sind ein Warnsignal – sofort vom Elektriker prüfen lassen.
  • In Altbauten sind lose Klemmverbindungen die häufigste Ursache für tote Steckdosen.

Foto: Hand mit Stecker vor einer Steckdose ohne Strom

Die 7 häufigsten Ursachen

Eine Steckdose ohne Strom ist im Alltag sofort spürbar. Kühlschrank aus, Handy lädt nicht, Arbeit am Schreibtisch unmöglich. Bevor du den Notdienst rufst, lohnt sich ein systematischer Check. In vielen Fällen findest du die Ursache selbst.

1. Sicherung oder FI-Schalter rausgeflogen

Die häufigste Ursache – und die einfachste. Irgendein Gerät hat einen Fehler verursacht, die Sicherung hat ausgelöst. Oft merkst du das nicht sofort, weil nicht die ganze Wohnung betroffen ist, sondern nur ein Stromkreis.

Check: Sicherungskasten öffnen. Ist ein Schalter nach unten gekippt oder in Mittelstellung? Einmal hochschieben. Bleibt er oben? Problem gelöst. Fliegt er sofort wieder raus? Dann liegt ein aktiver Fehler vor – weitersuchen.

2. Lose Klemmverbindung

Hinter der Steckdose sitzen Klemmen, die die Leitungen verbinden. Über Jahre können sich diese lockern – durch Wärmeausdehnung, Vibrationen oder einfach schlechte Verarbeitung bei der Installation. Eine lose Klemme bedeutet: kein Kontakt, kein Strom.

Das Tückische: Der Strom kommt und geht. Mal funktioniert die Steckdose, mal nicht. Und an der lockeren Stelle entsteht Wärme. Im schlimmsten Fall ein Lichtbogen.

Brandgefahr: Lose Klemmverbindungen sind die häufigste Ursache für elektrisch bedingte Wohnungsbrände in Deutschland. Wenn eine Steckdose nur sporadisch funktioniert, ist das kein Wackelkontakt zum Ignorieren – das ist ein Warnsignal.

3. Defekter Kontakt in der Dose

Die Federkontakte im Inneren der Steckdose greifen den Stecker. Über hunderte Steckvorgänge leiern sie aus. Irgendwann sitzt der Stecker nicht mehr fest, der Kontakt wird schlecht. Das Gerät läuft nicht oder nur unzuverlässig.

Bei sehr alten Steckdosen – vor allem in Altbauten – können die Kontakte auch korrodieren. Grünspan und Oxidation erhöhen den Übergangswiderstand. Weniger Strom kommt durch, und die Dose wird warm.

4. Kabelbruch in der Wand

Unsichtbar, aber real. Ein Nagel beim Bilderaufhängen, eine Schraube beim Regalanbau, eine Bohrung für den Handtuchhalter – und schon ist die Leitung beschädigt. Ein Kabelbruch unterbricht den Stromkreis. Die Steckdose ist tot.

Das Gemeine: Der Schaden muss nicht sofort sichtbar sein. Manchmal wird die Leitung nur angequetscht. Sie funktioniert noch, aber der Querschnitt ist reduziert. Über Monate kann das zur Überhitzung führen.

Tipp: Bevor du in eine Wand bohrst, prüfe mit einem Leitungssuchgerät, ob Leitungen in der Nähe verlaufen. Leitungen verlaufen in der Regel senkrecht oder waagerecht von Steckdosen und Schaltern – nie diagonal.

5. Vergessener Schalter in der Leitung

Klingt banal, passiert aber erstaunlich oft. Manche Steckdosen in Altbauten sind über einen Lichtschalter geschaltet. Früher war das üblich – der Schalter an der Tür schaltete eine Stehlampe an der Steckdose. Wenn du das nicht weißt, suchst du stundenlang nach dem Fehler.

Auch Zwischenstecker mit Schalter werden gerne vergessen. Steckdosenleisten mit ausgeschaltetem Schalter. Oder ein Schalter am Gerät selbst.

6. Überlastung des Stromkreises

Wenn an einem Stromkreis zu viele Verbraucher gleichzeitig laufen, löst die Sicherung aus – aber manchmal nicht sofort. Bei grenzwertiger Belastung kann die Spannung abfallen, sodass die Steckdose zwar Strom hat, aber nicht genug, um das Gerät zu betreiben. Oder die Sicherung löst verzögert aus.

In Altbauten mit nur 3–5 Stromkreisen für die ganze Wohnung ist das ein Dauerthema.

7. Feuchtigkeit und Korrosion

Feuchtigkeit in oder hinter der Steckdose führt zu Korrosion an den Kontakten. Das passiert besonders in:

  • Kellerräumen
  • Badezimmern (vor allem ohne ausreichende Lüftung)
  • Außensteckdosen ohne IP-Schutz
  • Wänden mit aufsteigender Feuchtigkeit (Erdgeschoss-Altbauten)

Ein korrodierter Kontakt hat einen hohen Übergangswiderstand. Weniger Strom fließt, die Dose wird warm, im Extremfall fällt sie ganz aus.

So findest du die Ursache

Bevor du den Elektriker rufst, kannst du die Ursache oft selbst eingrenzen. So gehst du systematisch vor:

Schritt 1: Sicherungskasten prüfen

Öffne den Sicherungskasten und prüfe, ob ein Schalter ausgelöst hat. Wenn ja: Zurücksetzen. Bleibt er oben? Dann war es ein einmaliger Fehler. Fliegt er sofort wieder raus? Dann lies unseren Artikel zum Thema Sicherung.

Schritt 2: Nur diese Steckdose oder mehrere?

Teste andere Steckdosen im selben Raum und in anderen Räumen.

  • Nur eine Steckdose betroffen → Problem in der Dose selbst (loser Kontakt, Kabelbruch, defekte Dose)
  • Mehrere Steckdosen im selben Raum → Problem im Stromkreis (Sicherung, Abzweigdose, Kabelbruch)
  • Mehrere Räume betroffen → Problem am Zählerschrank oder am FI-Schalter

Schritt 3: Gerät an anderer Steckdose testen

Stecke das Gerät, das nicht funktioniert, in eine andere Steckdose. Funktioniert es dort? Dann liegt es an der Steckdose, nicht am Gerät. Funktioniert es auch woanders nicht? Dann ist das Gerät defekt.

Schritt 4: Schalter prüfen

Gibt es einen Lichtschalter, der die Steckdose schaltet? Teste jeden Schalter im Raum. Prüfe auch Zwischenstecker, Steckdosenleisten und Schalter am Gerät.

Gut zu wissen: In vielen Berliner Altbauten ist eine Steckdose pro Raum über den Lichtschalter geschaltet. Meistens die Dose neben der Tür. Wenn du den Schalter für das Deckenlicht benutzt, schaltest du diese Steckdose mit aus – und das angesteckte Gerät gleich mit.

Schritt 5: Visuelle Prüfung

Schau dir die Steckdose genau an:

  • Verfärbungen (braun, schwarz, gelb) → Überhitzung, sofort vom Elektriker prüfen lassen
  • Risse im Gehäuse → Steckdose ist mechanisch beschädigt
  • Schmelzspuren → Dose hat überhitzt, nicht weiter benutzen
  • Locker in der Wand → Dose wurde nicht richtig befestigt, Kontakte wackeln

Wann wird es gefährlich?

Die meisten toten Steckdosen sind lästig, aber ungefährlich. Es gibt jedoch klare Warnsignale, bei denen du sofort handeln musst:

WarnsignalWas es bedeutetWas du tun musst
Verfärbte SteckdoseÜberhitzung durch schlechten KontaktSicherung aus, Elektriker rufen
Warme oder heiße SteckdoseAktive Überhitzung, BrandgefahrSofort Sicherung aus, nicht weiter benutzen
BrandgeruchLeitung oder Kontakt schmortSicherung aus, bei Rauch: 112
Funken beim EinsteckenKurzschluss oder defekter KontaktStecker raus, Sicherung aus, Elektriker rufen
Knistern oder SummenLichtbogen an loser VerbindungSicherung aus, Elektriker rufen

Wichtig: Eine verfärbte oder warme Steckdose ist kein Schönheitsfehler. Das ist ein aktives Brandrisiko. Schalte den betroffenen Stromkreis im Sicherungskasten ab und lass die Dose von einem Fachbetrieb prüfen. Nicht morgen – heute.

Das darfst du selbst tun – und das nicht

In Deutschland gilt: Arbeiten an der elektrischen Anlage dürfen nur eingetragene Elektrofachbetriebe durchführen. Das ist keine Empfehlung, sondern Vorschrift (Niederspannungsanschlussverordnung, NAV §13).

Das darfst du

  • Leuchtmittel wechseln
  • Sicherung im Kasten zurücksetzen
  • Stecker und Steckdosenleisten prüfen
  • Geräte vom Netz trennen
  • Sichtprüfung der Steckdose (ohne Abdeckung entfernen)

Das darfst du NICHT

  • Steckdosen-Abdeckung abschrauben und an den Klemmen arbeiten
  • Leitungen verlegen oder umklemmen
  • Sicherungen im Kasten austauschen oder umbauen
  • Steckdosen oder Schalter installieren oder tauschen
  • An der Verteilung oder am Zähler arbeiten

Lebensgefahr: Arbeiten an der elektrischen Anlage ohne Fachkenntnis sind lebensgefährlich. Auch bei ausgeschalteter Sicherung können benachbarte Leitungen unter Spannung stehen. Ein Stromschlag mit 230 Volt kann tödlich sein.

Altbau-Problem: Warum Steckdosen häufiger ausfallen

In Berliner Altbauten – vor allem in Bauten aus den 50er- bis 70er-Jahren – treten Steckdosen-Probleme deutlich häufiger auf. Die Gründe:

Alte Aluminium-Leitungen

Bis in die 70er-Jahre wurden in vielen Gebäuden Aluminiumleitungen verlegt. Aluminium hat eine höhere Wärmeausdehnung als Kupfer. Über Jahrzehnte lockern sich die Klemmverbindungen. Die Kontaktstellen oxidieren. Der Übergangswiderstand steigt. Ergebnis: Steckdosen, die nur noch sporadisch funktionieren – oder überhitzen.

Zu wenige Stromkreise

Altbauten haben typischerweise 3–5 Stromkreise für die gesamte Wohnung. An einem einzigen Stromkreis hängen Schlafzimmer, Wohnzimmer und Flur. Wenn du dort gleichzeitig Fernseher, Stehlampe, Computer und Heizlüfter betreibst, wird es eng.

Veraltete Steckdosen

Alte UP-Dosen (Unterputzdosen) haben häufig keinen Schraubrahmen. Die Dose wird nur durch Spreizkrallen in der Wand gehalten. Mit der Zeit lockert sie sich. Der Stecker sitzt nicht mehr fest, der Kontakt wird schlecht.

Die dauerhafte Lösung

Wenn du in einem Altbau regelmäßig Probleme mit Steckdosen hast, ist eine Elektrik-Sanierung die nachhaltigste Lösung. Neue Kupferleitungen, ausreichend Stromkreise, moderne Steckdosen mit Schraubbefestigung und FI-Schutz für jeden Bereich.

Warum TESHGE?

  • 24/7 Notdienst – Steckdose tot und du brauchst sie jetzt? Wir sind erreichbar – auch am Wochenende und nachts.
  • Ingenieurbetrieb – Geschäftsführer ist Diplom-Ingenieur. Wir finden die Ursache mit Messtechnik, nicht mit Raten.
  • Altbau-Spezialisten – Berliner Altbauten sind unser Alltag. Wir wissen, wo die typischen Schwachstellen sitzen.
  • Festpreise – Ob Notdienst oder Sanierung: Du weißt vorher, was es kostet.
  • Alles aus einer Hand – Von der Fehlersuche über den Steckdosentausch bis zur kompletten Neuverkabelung. Kein Weiterreichen, kein Warten.

Steckdose ohne Strom und du findest den Fehler nicht?

Ruf uns an oder vereinbare eine kostenlose Erstberatung. Wir finden die Ursache und beheben das Problem – schnell und zuverlässig.

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